Meine Partnerin hat den Eindruck, dass ich mit meinem Sohn überfordert bin. Wir leben seit vier Jahren zusammen, sie hat einen fünfjährigen Sohn mit in die Beziehung gebracht, und mein achtjähriger Sohn ist im Wechselmodell bei uns. Ihr Kind lebt dauerhaft bei uns, was für eine gewisse Stabilität sorgt, doch wenn mein Sohn bei uns ist, ist die Situation oft angespannt. Es kommt häufiger zu Diskussionen über die Erziehung, da meine Partnerin der Meinung ist, dass Kinder grundsätzlich bei der Mutter leben sollten. Ich selbst sehe das jedoch anders und empfinde mich nicht als überfordert. Gibt es Wege, wie ich mit der Situation besser umgehen und die Erwartungen meiner Partnerin berücksichtigen kann, ohne meine Rolle als Vater zu vernachlässigen?
Guten Morgen,
Sie setzen sich selber enorm unter Druck, ist mein Eindruck. Wenn Sie aber nicht gelassen sind, dann spürt auch Ihr Sohn das. Und wenn man sehr angespannt ist, dann passieren solche Dinge wie Sie beschreiben. "Nur keine Fehler machen". Sie bemühen sich leise aus dem Haus zu gehen. Wo Kinder sind, ist es aber nicht immer leise und er ist ja auch erst 8. Mit 8 ist man auch noch nicht in jeder Beziehung selbständig. Für Selbständigkeit muss man erst etliche Fähigkeiten erwerben. Und dazu kommt der Druck, sich falsch zu fühlen, daran ist nicht Ihr Sohn schuldig. Sie als Erwachsene müssen schauen, wie sich alle sicher und geborgen fühlen, geliebt fühlen.
Was erwartet denn die Partnerin von Ihrem Sohn und was erwartet sie von Ihnen als Vater?
Sie sind zuerst Vater, denn Ihr Sohn ist abhängig von Ihnen.
Ich wünsche Ihnen einen guten Tag.
bke-Claudia Rohde
Ich bemühe mich, allen gerecht zu werden, wenn mein Kind bei mir ist. Ich achte darauf, dass es zwischen den Kindern nicht zu Streitigkeiten kommt. Morgens versuchen wir, so leise wie möglich das Haus zu verlassen, um niemanden zu wecken. Die Konflikte belasten mich jedoch, und manchmal passiert es, dass ich Dinge vergesse – wie den Turnbeutel meines Sohnes mitzunehmen oder daran zu denken, dass er an einem bestimmten Tag keine Schule hat. Mein Sohn ist für sein Alter noch nicht so selbstständig, wie ich es mir wünsche. In solchen Momenten reagiere ich manchmal zu streng oder genervt, was auch durch den Einfluss meiner Partnerin verstärkt wird, die hohe Erwartungen an ihn stellt.
Guten Abend,
ich begrüße Sie herzlich hier bei uns im Elternforum.
Mein Name ist bke-Claudia Rohde und ich bin eine der Moderator*innen hier.
Ein sehr spannendes Thema bringen Sie hier ein. Warum sollen Kinder grundsätzlich bei den Müttern wohnen? Das habe ich lange nicht gehört oder gelesen.
Ich hoffe sehr, dass darüber eine Diskussion hier entsteht.
Der andere Punkt ist die Frage, ob Sie überfordert sind. Wenn ihr Sohn da ist, ist die Situation angespannt, ok, er kommt ja auch immer in eine Familie, die die andere Woche ohne ihn lebt.
Ein bisschen Zeit zum Ankommen benötigen da vermutlich die meisten Kinder. Woran macht sie denn die Überforderung fest? Können Sie es etwas genauer beschreiben? Welche Erziehungsfragen tauchen denn auf?
Ich wünsche Ihnen einen guten Austausch.
bke-Claudia Rohde